Bio Bäckerei Öfferl

Öfferl

Ein Interview mit Georg Öfferl richtet sich zwingend nach den Arbeitszeiten des Bäckers, denn die Öfferls schlafen nicht durchgehend, sondern in 2 getrennten 4-Stunden-Blöcken. Da muss man halt irgendwie dazwischen anklopfen. Heute nach 13:00 hat es gepasst, und die Begeisterung, mit der Georg Öfferl über seine Arbeit und seinen Werdegang erzählt, erzeugt beim Zuhören ein wohliges Glücksgefühl.

Eine Tatsache ist besonders einprägsam: Beide Cousins, Georg und Lukas, haben, obwohl wirklich jung, vorher eine HTL gemacht und einen ganz anderen Beruf angepeilt. Dass sie im Umfeld der familiären Bäckerei gelebt haben, also schon immer irgendwie in der Bäckerei waren, hat es sicher leicht gemacht mitzuarbeiten und zu helfen, als die Firma knapp an der Pleite vorbei schrammte. Das Kennenlernen neuer, anderer Branchen und Denkansätze hat aus beiden ganz besondere Unternehmer und Bäcker gemacht. Das Semmerl, in welches die Schobers das Fleischlaberl stecken, ist ganz weit weg von den Semmerln die wir alle gut kennen, die Teigführung und die Komponenten machen den Unterschied aus. Das Bio-Mehl kommt vom Robert Harmer aus dem Weinviertel, so wie möglichst alle anderen Zutaten aus dem Umfeld. Von etwas weiter, aus Oberösterreich, kommt Rohmilch und wohlschmeckende Butter für die Semmerln.

Ein Produkt kann einfach nur so gut sein, wie die Komponenten und nichts von dem, was wir üblicherweise mit unserem täglichen Semmerl halb- und ganz industrieller Herkunft mehr oder weniger unwissend mitessen, wie Weizenkleber, Emulgatoren, Ascorbinsäure oder technische Enzyme, ist im Öfferlsemmerl enthalten.

Feines Demeterweizenmehl, Weinviertler Wasser, Bio-Rohmilch, Almheumilchbutter, Meersalz, Germ und Gerstenmalz, Punkt. Ach ja, meisterliche Handarbeit, das ist ja auch eine ganz wichtige Komponente, mache das Produkt.

In der Welser Meisterschule hat der Lehrer Erwin Heftberger alte Techniken vermittelt und gezeigt, was Bäckerhandwerk sein kann. Nicht nur meisterliches Können, auch eine sich von ursprünglichen Denkmustern des elterlichen Betriebes gravierend unterscheidende weltanschauliche Herangehensweise hat die Ausbildung des zweiten Bildungsweges aus Wels in das Weinviertel exportiert. Innerhalb von wenigen Jahren haben Georg und Lukas schrittweise alle betrieblichen Prozesse verändert und auf allerhöchste Qualität gesetzt. Wie auch die Schobers, legen sie großen Wert auf die besondere Beziehung zu ihren Lieferanten und ihrem Umfeld. Ihr Ziel ist es, die Wertschöpfung im Weinviertel zu platzieren.

Beide diskutieren viel über Politik, kneten Ihre Überlegungen in Ihre Produkte. Sie backen sozusagen ein hochpolitisches Brot und arbeiten gegen die Landflucht und mit Erfolg für eine hohe Lebensqualität im Weinviertel. Das Ergebnis dieses Tuns gibt es frisch bei den Schobers und nicht nur als köstliches Fleischlaberlsemmerl, denn die Angebotspalette ist breit.

Fein, dass es die Öfferls gibt – die Schobers